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„Philosophisches Denken Heute“:

Wenn Ich heute Einblick nehme in den Umgang der modernen Zeit
mit den Hinterlassenschaften der Uns heute noch bekannten Philosophen,
– ist es auffällig, das „je älter der beschriebene bzw. besprochene Philosoph ist,
– desto mehr nähert man sich den Inhalten seiner Philosophie“…

Das ist nicht unlogisch, denn, je weiter Wir in die Zeit zurückblicken,
desto unschärfer wird unser Gewahrsein der betreffenden Epoche,
und desto mehr muss man den betreffenden Philosophen heranziehen,
um die Epoche überhaupt umreissen zu können. –

Ungeachtet meines Verständnisses gegenüber diesem Umgang mit
speziellem Philosoph in seiner ihm entsprechenden Zeit, trage Ich doch
ein wenig Sorge darum, wie man mit den heutigen Philosophen in
Zukunft umgehen wird, – denn „das Wissen um diese Zeit ufert in einem
Ausmass aus, das man sich Ihm oft verschliessen muss, um einer
philosophischen Hinterfragung überhaupt fähig zu sein“…

Natürlich ist es von Bedeutung herauszufinden, „warum man annimmt,
das ein Denker zu seiner Zeit zu seinem Denken gekommen ist“,
– als Denker an sich jedoch ist es für mich von weit grösserer Bedeutung,
in meinem Denken, in meinem persönlichem Schöpfen begriffen zu werden,
als als Wechselwirkung zu der Zeit, in der Ich nun einmal lebe, – und es
würde mich sehr wundern, wenn es anderen Denkern gross anders ginge
bzw. gegangen wäre. –

Schliesslich ist es ein persönliches Bedürfnis, diese Welt und auch diese Zeit
zu hinterfragen und Ich bin sehr skeptisch, inwieweit es aus der Sicht des hinterfragenden
Denkers überhaupt einzuschätzen ist, in welchem Ausmass Er sich / Ich mich
auf Welt und Zeit überhaupt auswirken wird/werde. –

Gewiss kann Ich mir nur sein, dass sich mein Wirken auf all die Individuen
auswirkt, denen die Hinterfragung von Welt und Zeit ein ebensolches
Bedürfnis ist, wie mir selber, – und für andere kann es ja ohnehin nicht
geschaffen sein. –

Auch glaube Ich nicht, dass meine Auswirkung auf die Leser
meiner Werke irgendetwas damit zu tun haben, was spätere
Leser derselben darüber wissen…

Es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass eine Person,
die sich von meinen Worten angesprochen und inspiriert fühlt,
– flugs einen Bericht darüber verfasst und jenen für so ziemlich alle
zugänglich macht. –

Insofern ist es in der Tat fraglich, ob es in wenigen Jahrzehnten
überhaupt jemanden geben wird, der noch etwas von mir weiss,
und es kratzt mich in der Tat äusserst wenig, – Ich verspüre keinerlei
bewussten Bezug zu etwas, dass „nicht Jetzt ist“, – und genau daran
erkenne Ich, „dass Ich Jetzt bin“. –

Ich meine, dass man als geborenes Individuum immer nur etwas
darüber aussagen kann, „was man in seiner Geborenheit als Individuum
erlebt“, – und Ich erlebe mitnichten etwas, „das einmal gewesen ist“,
– auch nicht, wenn Ich etwas darüber lese, – das ist, – in Annäherung nur möglich,
wenn Ich es selbst geschrieben habe, und selbst dann, sagt es mir nicht,
was Ich damals erlebte, sondern nur, was Ich damals annahm, verfassen zu müssen. –

In der Tat halte Ich es für möglich, wenn nicht gar für erstrebenswert,
eines Tages gar nichts mehr zu verfassen, um „dem Jetzt durch mein Festhalten
von Jetzt-Inhalten nicht sein Anrecht auf mich zu nehmen“,
– ebenso, wie man dem Erfahren einer Frau dadurch an Erlebnisqualität nimmt,
indem man versucht, eine Frau zu verstehen, indem man sie definiert. –

Letztlich meine Ich, dass „Philosophie im Heute“ die Aufgabe hat,
„der Hinterfragung dort Raum zu geben, wo der Philosoph innehält,
weil er die Notwendigkeit einer solchen Hinterfragung erkennt“. –

Im Idealfall kann sich das mit der Hinterfragung und/oder
der Sehnsucht anderer Individuen nach einer solchen Hinterfragung
treffen, – muss es jedoch nicht. –

Auch wenn meine Hinterfragung alleine für mich bedeutend ist,
Hinterfragung zu werden, besteht doch die Möglichkeit, dass sie
zu einem, mir selbst nicht mehr zugänglichen Zeitpunkt,
in der Wahrnehmung eines anderen Individuums, die Bedeutung
erhält, Inspiration zu sein, – und daher sollte der Denker, solange es Ihn
treibt, Gedachtes zu verfassen, auch niemals davor zurückschrecken,
– es zu tun. –

– Adamon von Eden. –

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